2. - 4. Juli 2010 BüGla2010
TV Rhäzüns schafft Maximum
 
Nebst dem TV Rhäzüns im dreiteiligen Vereinswettkampf 35+ gewann auch der TV Zizers FR/MR bei den Seniorinnen/Senioren. Der BTV Schiers klassierte sich als dritter im Vereinswettkampf Aktive Stärkeklasse 3. Der TV Mels wurde mit 29.16 Punkten in der Stärkeklasse 1 Turnfestsieger.
Das Bündner Glarner Kantonalturnfest BüGla 2010 gehört nach langer Vorbereitungszeit für die Organisatoren wie auch für die turnenden Vereine bereits wieder der Vergangenheit an. Ein sehr gut organisiertes und vom Wetter begünstigtes Turnfest im Rossriet Maienfeld wurde am Sonntag Nachmittag mit tollen Darbietungen um den GKB-Turncup und den Jubiläumsvorstellungen der organisierenden Vereine der Bündner Herrschaft würdig abgeschlossen.
Der Präsident des Graubündner Turnverbandes (GRTV), Marcel Cathomen, hielt einen kurzen Rückblick auf die hundert Jahre BüGla und auch der OK-Präsident Romuald Schaniel liess einige Blicke zurück schweifen, und führte die Bedeutung des Turnens vor Augen und freute sich auf ein gut gelungenes BüGla 2010. Er freute sich auch, dass hochstehende Wettkämpfe und Darbietungen zu verfolgen waren. Ganz besonders hob er die Disziplin der Turnerinnen und Turner, die sich korrekt verhielten und keinen Vandalismus betrieben.
Vereinsleben wichtige Lebensqualität
Die Bundesrätin Evelin Widmer-Schlumpf weilte am Sonntag als Gast am BüGla. Sie liess verlauten: "Ich bin als Turnerin und auch als Bundesräten hier. Als Aktive bin ich immer gerne an die Kantonalen und Eidgenössischen Turnfeste gegangen. Leider bin ich zur Zeit nur noch passive Turnerin." Sie erwähnte in ihrer Ansprache, dass das Vereinsleben wichtig für das allgemeine Leben in Beruf und Politik ist. Das Vereinsleben im Turnen und Sport sei wichtige Lebensqualität und auch eine wichtige Lebensschulung.
Nachdem die Jugend-Vereinswettkämpfe, sowie die Einzelwettkämpfe und die Spiele bereits eine Woche zuvor ausgetragen wurden, standen am Freitag Abend und am Samstag die Vereinswettkämpfe Aktive, 35+ und Seniorinnen/Senioren auf dem Programm. Im dreiteiligen Vereinswettkampf Aktive war in der Stärkeklasse 1 das Hauptaugenmerk auf den TV Mels, Schweizermeister am Barren und Vizeschweizermeister am Boden, gerichtet. Die Topvorführungen wurden denn auch mit einer blanken 10 am Barren und einer 9.90 am Boden belohnt. Im Kugelstossen und Weitsprung ernteten die Melser 9.98 Punkte und in weiteren Disziplinen gab's weitere Neuner, sodass ein klarer Sieg, ja der Turnfestsieg, herausschaute.
Der TV Maienfeld startete ebenfalls in der höchsten Stärkeklasse und zeigte in seiner Paradedisziplin Barren eine ausgezeichnete Darbietung mit 9.88 als verdienter Lohn. Am Schulstufenbarren der Turnerinnen im gleichen Wettkampfteil resultierten gute 9.25 Punkte. Auch in der Pendelstafette im zweiten Wettkampfteil konnten 9.04 Punkte erlaufen werden, doch wurden die Maienfelder im dritten Teil mit 800 Meterlauf (8.35) und Weitsprung (8.53) etwas zurückgebunden.
In der Stärkeklasse 2 beteiligten sich nebst dem TV Davos nur Gastvereine. Die Davoser erturnten an den Schaukelringen eine 9.03. Mit dem Sprungprogramm reichte es zu 8.60 und im dritten Teil resultierten mit Pendelstafette 8.37 und 800 Meterlauf 8.65, sodass es mit 26.08 Zählern zum guten 12. Platz unter 37 Klassierten reichte.
Mehr im Freien trainieren
Der BTV Schiers startete als Bündner Spitzenreiter in der Stärkeklasse 3. Mit 9.78 in der Pendelstafette und 9.65 am Barren waren die Prättigauer gut in Fahrt, doch die Sprünge mit 9.35 und 800 Meterlauf mit 8.47 (4 Turner) wurden die nötigen vier Hundertstel für den zweiten Platz vergeben. Johann Baptista von Tscharner und Kevin Vetsch meinten denn auch: "Der Barren klappte super gut, doch am Sprung gab es einige Mühen mit dem Boden, man rutschet und auch die Minitrampolins rutschten etwas. Doch soll dies nicht als Entschuldigung gelten, wir waren etwas zu wenig spritzig und die Musik etwas zu leise. Es wäre auch erforderlich, mehr im Freien zu trainieren, nicht nur in der Halle." Der TV Wangen SZ erreichte das Maximum.
Malans nur knapp neben dem Podest
Nur um 45 Hundertstel dahinter gelang auch dem TV Malans ein sehr guter Auftritt, trotz Belastung als mitorganisierenden Verein. Die Malanser starteten in der Gerätekombination Barren/Boden mit einem schönen Programm und 9.28 Punkten. An den Schaukelringen gelang ebenfalls ein sehr guter Auftritt mit einer 9.50 und den Abschluss bildete die Pendelstafette, in welcher mit 9.36 ebenfalls ein Neuner-Ergebnis herausschaute.
In der Stärkeklasse 4 gelang dem TV Rhäzüns insbesondere beim Fachtest Allround mit 9.88 Punkten ein guter Wettkampf. Mit 9.05 am Barren, 8.77 in der Pendelstafette und 8.90 im Kugelstossen resultierten 27.74 Punkte und Rang vier. Der TV Tamins mit 26.58 und der TV Grüsch mit 26.57 Punkten klassierten sich auch noch in den Top Zehn unter 87 Klassierten.
Einteiliger Vereiswettkampf
Eine gute Vorführung gelang dem FTV Davos in der Team Aerobic im einteiligen Vereinswettkampf, die eine 9.15 und damit den klaren Sieg bedeutete. Der TV Thusis präsentierte ein gutes Programm und erhielt dafür eine 8.25, nur 22 Hundertstel fehlten den Thusnerinnen zum Podestplatz. Im Fachtest Allround lief es dem TV Tenna nicht ganz nach Wunsch, doch reichte es mit 8.64 Zählern noch zum vierten Platz. Die Geräteriege Domleschg zeigte eine gute Darbietung im Geräteturnen mit einem Bodenprogramm, kam aber mit 8.80 Punkten, nur einen Zehntel hinter einem Podestplatz, auf den sechsten Rang.
Zwei Zehner für den TV Tenna
Der TV Tenna ging den dreiteiligen Vereinswettkampf Turnen 35+ in der Stärkeklasse 3 mit guten Aussichten an. Neben Zehnern im Weitsprung und Crosslauf, sowie 9.37 im Fit & Fun Disziplin 2, 9.89 im Fachtest Allround und 9.90 Fit & Fun Disziplin 3 resultierten 29.46, doch stand der TV Stein mit dem Maximum von 30 Punkten vor der Sonne. Die Männerriege Seewis hatte in der Fit&Fun Disziplin 2 mit 7.18 einen argen Rückschlag zu verkraften, kam aber trotzdem auf 25.53 Punkte die sie im Steinheben (9.80) und Steistossen (9.63) herausholten.
Mit dem Maximum beendete dagegen der TV Rhäzüns 35+ das Pensum in der Stärkeklasse 4. Remo Tschalèr meinte: "Es ist eine Genugtuung, nachdem uns in Frauenfeld fünf Hundertstel zum Maximum fehlten. Unser Ziel war, so gut wie möglich abschneiden, doch waren die 30 schon in den Hinterköpfen. Wir sind alle zwischen 40 und 45 Jahre alt und turnen seit rund 20 Jahren immer zusammen."
Turncup mit hochstehenden Darbietungen
Dahinter gelang dem TV Tamins 35+ ebenfalls eine Topleistung mit 28.66 Punkten und dem dritten Podestplatz. Auch den Taminsern gelang in der Pendelstafette und in der Fit&Fun-Disziplin 3 eine blanke 10. Dem TV Zizers Frauen/Männer gelang bei den Seniorinnen/Senioren ein super Wettkampf im Fit & Fun mit gar einer zehn im dritten Teil. Damit resultierte der Turnfestsieg Seniorinnen/Senioren und wurde die Männerriege Tamins mit 56 Hundertstel Differenz auf den Ehrenplatz verwiesen. Die Taminser steigerten sich von Disziplin zu Disziplin von 8.36 über 9.10 bis 9.89 Punkte.
Am Sonntag kam der GKB Turncup zur Austragung, zu dem sich die besten drei Vereine je Sparte im Geräteturnen qualifizierten. Von den Bündner Vereinen konnten nur der TV Malans in der Gerätekombination Boden/Barren und der TV Maienfeld am Barren/Schulstufenbarren mittun. Der TV Malans stand nur dem TV Bauma gegenüber und musste sich mit 10 Rangpunkten gegenüber deren fünf dem Gegner beugen. Der TV Maienfeld zeigte wiederum eine tolle Barrenvorführung, musste aber Eschenbach den Vortritt lassen, verwies aber den DTV Neftenbach hinter sich. Ansonsten waren nur Gastvereine für diesen Wettkampf qualifiziert, zeigten aber tolle Darbietung. Alle diese Vereine durften von der GKB einen Preis in Empfang nehmen.
Den Abschluss eines glorreichen Turnfestes bildeten nach den Ansprachen die Vorführungen aller Herrschäftler Vereine, die unter der Regie vom ehemaligen Maienfelder Stadtpräsidenten und Grossrat Christian Möhr das Turnen von dazumal und heute präsentierten. Dazwischen wurden die Turnfestsieger, sowie die drei ersten aus den Vereinswettkämpfen geehrt. Um 14 Uhr wurde das BüGla 2010 abgeschlossen.
Medienmitteilung vom 04. Juli 2010, Reto Niederberger
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